Jan 04, 2011

Potsdams Speicherstadt wird zum Wohnviertel.

Ein weiteres Stück der Potsdamer Speicherstadt steht vor der Entwicklung: Teile des historischen Areals nahe dem Zentrum und dem Hauptbahnhof wurden verkauft. Dort sollen exklusive Wohnungen am Wasser entstehen.

von Guido Berg, Jan Brunzlow

Die Firmengruppe Groth wird das Areal zwischen Persiusspeicher und Alter Mühle entwickeln. […] Die Groth-Gruppe, die Anfang der 1990er-Jahre das Kirchsteigfeld gebaut hat, kann nun entsprechend dem geltenden Bebauungsplan Neubauten auf dem Areal errichten. […]

Jahrelang hatte das Gelände, das seit dem 17. Jahrhundert als Speicherstadt genutzt wurde, nach 1989 brachgelegen.[…] Den eigentlichen planerischen Durchbruch brachte jedoch ein völlig neuer Ansatz, den das Architekturbüro von Rob Krier und Christoph Kohl vorlegte.

Krier und Kohl schufen im Auftrag der Stadt Mitte 2009 einen gemeinsamen Masterplan für die Speicherstadt und den Brauhausberg, der gleichsam bei Denkmalschutz, Verwaltung, Grundstückseigentümer und Bauausschuss Gefallen fand. Selbst vor der kritischen Bürgerschaft der Veranstaltung „Potsdamer Mitte im Dialog“ bestand der Masterplan im Dezember 2009. Das Büro Krier und Kohl – bereits an der Entwicklung des Kirchsteigfeldes für das Unternehmen Groth & Graalfs beteiligt – sieht für die Speicherstadt Viergeschosser plus Dachgeschoss und für den Brauhausberg Dreigeschosser plus Dachgeschoss vor. Zwei turmartige kreisrunde Gebäude sollen ein vom Hauptbahnhof deutlich erkennbares Eingangstor zur Leipziger Straße bilden. Der von der Groth-Gruppe gekaufte Mittelteil der Speicherstadt umfasst neben der Sanierung eines historischen Mühlengebäudes den Neubau mehrerer Wohn- und Bürogebäude. Der Entwurf von Krier und Kohl soll dabei konkrete Grundlage sein, hieß es damals.

Die Entwicklung des letzten und größten Teils der Speicherstadt von der historischen Mühle bis hin zum Leipziger Dreieck könnte hingegen weitere Jahre dauern. Weiterhin fehlt der notwendige Bebauungsplan.

Der Tagesspiegel, 4.1.2011.

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