Gründungsviertel · Lübeck

Germany
2015
competition

Link:
Gründungsviertel Lübeck

Client:
Hansestadt Lübeck

Tags:
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The Hanseatic city of Lübeck has offered a public prize for the best façade design of three townhouses in the ´Gründungsviertel´ of the historic inner city. The three reference buildings are to be understood as re-interpretations of traditional Lübeck merchant houses. The gable houses blend into the historical context with both their overall forms as with the composition of their facades.

Their sober facade design and their clear and simple architectural vocabulary make them town houses with a contemporary flair. Through a sensitive combination of tradition and modernity they reinforce the special identity of their surroundings.

The facade openings are arranged in a symmetrical composition. Within these openings the windows and their jambs are placed asymmetrically and slightly skewed providing manifold visual connections along the street to the Trave river or the Marien church. The inclination of the windows allows for better daylighting and provides a bay window like view, without protruding from the facade. The abstract sculpturing of the deep, tilted window jambs provide the buildings with a robust appearance and produce a constantly changing street perspective with alternating contrasts.

In reference to the different compositions of the historical merchant houses three different facades with individual characters are developed which can be placed in a street individually or as an ensemble. The taller storey heights on the ground floors and the large windows of the town houses transport the image of the old merchant houses of historic Lübeck, with its antique offices and parlours, into the modern age.

The facades of the buildings consist of light beige slurried masonry, dark red thin brickwork and a light grey plastered surface typical for Lübeck.

The narrowest reference house (type III) is conceived as a single family home. With a storey height of approximately 4 metres and floor-to-ceiling windows the ground floor is also perfectly usable as an art studio. The middle house (type II) houses four exclusive apartments, each with different floor plans. The apartment under the gabled roof boasts a charming mezzanine. The ground floor use could be solely residential or a combination of residential and commercial. In the largest house (type I), three spacious residential units are arranged over four floors. Diverse floor plan typologies derive from the shape of the building and its courtyard extension. A restaurant or café on the ground floor stimulates the liveliness of the quarter in the spirit of the convivial “Schüttinge” society.

Deutsche Beschreibung:

Die Hansestadt Lübeck hat einen Ideenwettbewerb zur Fassadengestaltung von drei Stadthäusern im Gründungsviertel der Altstadt ausgelobt. Die drei Referenzhäuser von Christoph Kohl Architekten verstehen sich als Neuinterpretationen des Lübecker Kaufmannshauses. Die Giebelhäuser fügen sich sowohl in ihrer Kubatur als auch in Ihrer Ausbildung nahtlos in den historischen Kontext ein.

Ihre schlichte Fassadengestaltung und ihre klare einfache Formensprache machen sie zu Stadthäusern mit zeitgemäßem Gepräge. Im sensiblen Zusammenspiel von Tradition und Moderne stärken sie die besondere Identität des Gründungsviertels.

Die Fassadenöffnungen sind symmetrisch komponiert. Die innerhalb dieser Öffnungen asymmetrisch angeordneten und mit der Laibung leicht schräg gestellten Fenster bieten vielfältige Blickbeziehungen entlang der Straße bis hin zur Trave bzw. zur Marienkirche. Die Schrägstellung der Fenster ermöglicht eine bessere Belichtung und bietet einen erkerähnlichen Ausblick, ohne dabei aus der Fassade hervorzutreten. Die abstrahierte Plastizität der schrägen Laibungen gibt den Häusern eine robuste Ausstrahlung und erzeugt eine sich ständig verändernde Straßenperspektive mit unterschiedlichen Kontrasten.

In Bezugnahme auf die vielfältigen Gliederungen der historischen Kaufmannshäuser entstehen drei unterschiedliche Fassaden mit individuellem Charakter, die als Ensemble oder auch einzeln in einen Straßenzug eingestellt werden können. Die überhöhten Erdgeschosse und die großflächigen Fenster der Referenzhäuser übertragen das Bild der alten lübischen Kaufmanns-häuser der Lübecker Altstadt mit ihren Kontoren und Stuben in die Neuzeit.

Die Fassaden der Häuser bestehen aus hellbeige geschlämmtem Mauerwerk, dunkelrotem dünnformatigem Ziegelmauerwerk und einer für Lübeck typischen, hellgrau verputzten Oberfläche.

Das schmalste Referenzhaus (Typ III) ist als Einfamilienwohnhaus konzipiert. Mit einer Raumhöhe von etwa 4 Metern und der raumhohen Verglasung ist das Erdgeschoss auch hervorragend für eine Nutzung als Atelier geeignet. Im mittleren Haus (Typ II) befinden sich vier repräsentative Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrisseinteilungen. Die Wohneinheit im Dachgeschoss besitzt ein geräumiges Galeriegeschoss. Zu ebener Erde ist reines Wohnen möglich, ebenso ist eine Kombination von Wohnen und gewerblicher Nutzung denkbar. Im größten Haus (Typ I) sind auf vier Ebenen drei geräumige Wohneinheiten verteilt. Durch die Gebäudeform und den Hofanbau ergeben sich abwechslungsreiche Grundrisstypologien. Die gastronomische Nutzung im Erdgeschoss fördert, im Geiste der geselligen „Schüttinge“, die Lebendigkeit des Gründungsviertels.