Lichterfelde Süd · Berlin

Germany
2014
urban design workshop
masterplan concept

supported by Christina Kautz Landschaftsarchitektur (landscape planning) |
Prof. Hartmut Topp (traffic planning) |
BURO HAPPOLD Engineering (sustainability)

Links: Lichterfelde Süd im Dialog | Prüfstein Lichterfelde Süd

Client: GROTH GRUPPE

Tags:
, , ,

In Lichterfelde Süd soll auf dem 96 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsgelände Parks Range ein neues Wohnviertel mit rund 2.500 Wohneinheiten und ergänzender Infrastruktur entstehen. Der in einem zweiphasigen städtebaulichen Realisierungsworkshop entwickelte Beitrag von Christoph Kohl Architekten ist aus den historischen städtebaulichen und landschaftlichen Spuren und Qualitäten des Ortes heraus entwickelt. Die Ausrichtung auf den S-Bahnhof Lichterfelde Süd als Dreh- und Angelpunkt und eine die „Grüne Mitte“ umarmende Bebauung schaffen eine „neue Adresse“ Berlins mit unverwechselbarer eigener Identität.

Die Anlage der städtebaulichen Figur ist überdies ein Signal zur Entwicklung eines autoarmen Stadtteils. Das Erschließungssystem gibt mit einem feinmaschigen Radwegenetz dem Fahrrad als umweltfreundlichstem Transportmittel Vorrang und sieht eine Verknüpfung mit dem geplanten Pedelec-Korridor Berlin-Brandenburg vor. Eine Fahrradstation direkt am S-Bahnhof schafft ideale Voraussetzungen für den Umstieg in die S-Bahn.

Im Fokus des neuen Stadtviertels, direkt am S-Bahnhof und an den Busendhaltestellen, liegt der neue Stadtplatz mit Einzelhandel, einer Schule und einer angrenzenden Kita. Eine grüne Achse führt von hier direkt zur „Grünen Mitte“. Sie bewahrt die vorhandenen Biotope und Lebensräume schützenswerter Arten und schafft ein attraktives Umfeld für die neuen Bewohner und die Nachbarschaften. Diese „Stadtwildniszone“ wird von der Siedlungsstruktur mittels „Aha-Gräben“ sanft getrennt und von einem Rundweg gerahmt.

„Umarmt“ wird diese „Grüne Mitte“ von fünf Wohnquartieren, die durch die vorhandenen Grünstrukturen und Wegeverbindungen definiert werden. Die Grünzüge vernetzen den neuen Stadtteil weit über die Ränder von S-Bahntrasse, Mauerweg, Osdorfer Straße und Réaumurstraße hinaus. Der behutsame Umgang mit der vorhandenen Vegetation führt zu einer natürlichen Verzahnung mit der Umgebung und gibt jedem Quartier zugleich eine unverwechselbare grüne Identität. Die Architektur tritt hinter dem grünen Image zurück.

Rund um den Stadtplatz überwiegt die Blockrandbebauung mit Geschosswohnungsbau. Danach folgt eine stets lockerer werdende Siedlungsstruktur. In den Kernbereichen überwiegen Town- und Reihenhäuser; an der Membran zur „Grünen Mitte“ finden sich sowohl Stadtvillen als auch Doppelhäuser. Insgesamt zeigt der Entwurf auf 37 ha Bauland 2.025 Wohn- und 580 Hauseinheiten.

Im Übergang zu einem einmaligen Landschaftsraum schafft die atmosphärische und funktionale Verwebung mit der Umgebung ein landschafts- und stadträumliches Ensemble, einen neuen, modernen und lebenswerten Berliner Kiez, der seinesgleichen sucht.

Weitere am Realisierungsworkshop beteiligte Architekten:
Casanova + Hernandez | Claus Neumann | Grüntuch Ernst | Hilmer & Sattler und Albrecht | Lorenzen & Partner | nps tchoban voss | 03 Arch.