Lichterfelde Süd · Stadtplatz · Berlin

Germany
2016 - 2017
Städtebaulicher Vertiefungsworkshop / Masterplan

in Zusammenarbeit mit:
Christina Kautz Landschaftsarchitektur
Prof. Hartmut Topp (Verkehrsplanung)
Buro Happold Engineering (Nachhaltigkeit)
inno2grid (Mobilitätsplanung)

Koordination Masterplan:
Freie Planungsgruppe Berlin

Auftraggeber:
Groth Gruppe

Tags:
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Im Fokus des künftigen neuen Stadtviertels Lichterfelde Süd, direkt am S-Bahnhof und an den Busendhaltestellen, liegt das von Christoph Kohl Architekten entworfene Stadtplatzquartier mit 1.700 Wohnungen und dazugehörender Einzelhandel- und Sozialinfrastruktur.

Eine grüne Achse führt von hier direkt zur „Grünen Mitte“. Sie bewahrt die vorhandenen Biotope und Lebensräume schützenswerter Arten und schafft ein attraktives Umfeld für die neuen Bewohner und die Nachbarschaften. Diese „Stadtwildniszone“ wird von der Siedlungsstruktur mittels „Aha-Gräben“ sanft getrennt und von einem Rundweg gerahmt.

Umarmt wird die „Grüne Mitte“ von fünf Wohnquartieren, die durch die vorhandenen Grünstrukturen und Wegeverbindungen definiert werden. Die Grünzüge vernetzen den neuen Stadtteil weit über die Ränder von S-Bahntrasse, Mauerweg, Osdorfer Straße und Réaumurstraße hinaus. Der behutsame Umgang mit der vorhandenen Vegetation führt zu einer natürlichen Verzahnung mit der Umgebung und gibt jedem Quartier zugleich eine unverwechselbare grüne Identität. Die Architektur tritt hinter dem grünen Image zurück.

Die Anlage der städtebaulichen Figur mit dem von Christoph Kohl Architekten entworfenen zentralen Stadtplatz ist auch ein Signal zur Entwicklung eines autoarmen Stadtteils. Das Erschließungssystem gibt mit einem feinmaschigen Radwegenetz dem Fahrrad als umweltfreundlichstem Transportmittel Vorrang und sieht eine Verknüpfung mit dem geplanten Pedelec-Korridor Berlin-Brandenburg vor. Eine Fahrradstation direkt am S-Bahnhof schafft ideale Voraussetzungen für den Umstieg in die S-Bahn.

Eine besondere Herausforderung für die seit 2014 an dem Wettbewerb beteiligten Büros war es, eine Verbindung zwischen der bestehenden „Thermometersiedlung“, dem neuen Stadtquartier und dem Landschaftspark herzustellen. Die „Grüne Mitte“, die etwas mehr als die Hälfte der Fläche einnimmt, soll zur Erholung dienen und frei zugänglich werden. Dazu haben die Architekten sogenannte grüne Finger eingeplant. Mit diesen Wegen werden die Straßen der Thermometersiedlung durch die Wohnquartiere mit öffentlichen Grünflächen und Spielplätzen bis zur „grünen Mitte“ weitergeführt.

Christoph Kohl: “Im Übergang zu einem einmaligen Landschaftsraum schafft die atmosphärische und funktionale Verwebung mit der Umgebung ein landschafts- und stadträumliches Ensemble, einen neuen, modernen und lebenswerten Berliner Kiez, der seinesgleichen sucht.“

Weitere beteiligte Architekten: Krüger Schuberth Vandreike (Quartier 1),  Hemprich Tophof (Quartiere 3 und 4)